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Door-Fan-Test für Gaslöschanlagen

Door-Fan-Test für Gaslöschanlagen / Löschgas-Anlagen

Mit einem Raumdichtheitstest (Door-Fan-Test) kann geklärt werden, ob sich Räume für den Einbau einer Gaslöschanlage oder ein Inertisierungssystem eignen. Die während der Messung gewonnenen Erkenntnisse bringen für Planung, Auslegung sowie den späteren Betrieb solcher Systeme viele Vorteile. Das Verfahren ist ebenso für nachfolgende Funktionsprüfungen geeignet.

Zum Sichern des Löscherfolges beim Einsetzen gasförmiger Löschmittel wird eine möglichst lange Haltezeit vorausgesetzt. Das Entscheidende ist hierbei zusätzlich zur Anfangskonzentration die Dichtheit des Löschbereiches. Die Löschbereiche weisen aber oft zum Beispiel unzureichend abgedichtete Kabel- und Rohrdurchführungen auf. Diese führen in der Summe dazu, dass besonders kleinere Löschbereiche nicht den Mindestanforderungen an die Haltezeit entsprechen.

Gasförmige Löschanlagen löschen Brände nur zuverlässig und effizient, wenn die notwendige Löschkonzentration schnell aufgebaut und für zumindest 10 Minuten gehalten werden kann. Während der ordentlichen Wartung der Gaslöschanlage wird das regelmäßige Überprüfen der Raumdichtheit empfohlen.

Prinzipien und allgemeines Vorgehen


Bei der Raumdichtheitsprüfung (Door-Fan-Test) wird die Leckagefläche eines Löschbereiches ermittelt. Dabei kann man schnell, kostengünstig und wiederholbar für eine Vielzahl gasförmiger Löschmittel die Löschmittelhaltezeit vorhersagen sowie die Leckagen lokalisieren. Die Raumdichtheitsprüfung ist in diesem Zusammenhang oft eine Alternative zur Probeflutung.

Zuerst wird der jeweilige Raum besichtigt und eventuell erforderliche Abdichtungsmaßnahmen abgesprochen. Danach wird in eine Zugangstür ein Alurahmen mit Folie eingebaut und für die nötigen Anschlüsse gesorgt. Darauffolgend werden Messaufbau und Abklebungen an Fenstern und Türen überprüft. Mit einem Gebläse in einer Zugangstür wird erst Unterdruck, später Überdruck zwischen 10 und 50 Pa erzeugt. Die Systemsoftware ermittelt aus den Messwerten für die Druckdifferenz innen/außen, der Temperaturdifferenz innen/außen sowie den Gebäudevolumenstrom die vorhandene Leckagefläche sowie für alle gängigen Löschgase die zu erwartende Haltezeit. Dabei sollen auch die meteorologischen Randbedingungen berücksichtigt werden.



Door-Fan-Test für Gaslöschanlagen


Zum Schutz hochwertiger Technik und sensibler Güter können oftmals keine herkömmlichen Schaum-, Wasser- oder Pulver-Löschanlagen verwendet werden. Typische Bereiche dafür sind Labore, Server-Räume, Archive und Museen, Prüfstände, Schaltanlagen, Generatoren- und Turbinenräume sowie Telekommunikationstechnik. Diese sind vom Hauptbrandauslöser "technische Defekte" besonders betroffen sind. Eine Gaslöschanlage kann jedoch nur verlässlich schützen, wenn Abströmungen einkalkuliert werden beziehungsweise der umgebende Raum "dicht" ist.

Die Vds Schadensverhütung GmbH hat als technische Prüfstelle den sogenannten "Door-Fan-Test" entwickelt. Hierbei sind im Druckbereich unterschiedliche Druckverhältnisse zu erzeugen und sämtliche Abströmungen zu messen. Somit wird die Größe der Leckagefläche bezüglich einer Örtlichkeit festgestellt. Die Experten berechnen ganz genau die voraussichtliche Haltezeit des jeweiligen Löschgases. Nach nur 1,5 Stunden geben sie direkt vor Ort über die Wirkfähigkeit der Anlage Auskunft. Dadurch werden zeit- und kostenintensive Probeflutungen auf das notwendige Minimum reduziert und der Betrieb nicht gestört. Durch Wiederholungsmessungen wird die Wirksamkeit der Anlage bezüglich der Betriebsdauer gewährleistet.



Bestimmung von Löschgashaltezeiten


Im Bereich des Brandschutzes ist sich besonders mit Serverräumen zu beschäftigen, in denen ein ausbrechendes Feuer mit Löschgas erstickt werden soll. Voraussetzung dafür ist eine luftdichte Raumhülle. Mithilfe des Door-Fan-Tests werden in den Spezialräumen mit Gaslöschanlage die Raumdichtheit und die Löschgashaltezeiten ermittelt. Hierbei wird die Haltezeit der jeweiligen Löschmittelkonzentration geprüft. Die Anfangskonzentration sowie die Dichtheit des Löschbereichs sind für eine möglichst lange Haltezeit des Löschgases ein wichtiges Kriterium. Zudem sind die Löschgashaltezeiten regelmäßig nachzuprüfen, da jede Veränderung im Raum die Luftdichtheit beeinflussen kann. Diese Überprüfungen sind für einen zuverlässigen Brand- und Versicherungsschutz notwendig.

Randbedingungen während der Messung


Die Lüftung muss im Zeitraum der Messung ausgeschaltet werden. Zudem müssen die Brandschutzklappen geschlossen sein. Während des Erfassens der Messwerte kann man im Raum arbeiten, es darf jedoch keiner den Raum verlassen oder betreten. In der Zeitspanne der Leckageortung kann der Raum nur verlassen werden, wenn mehrere Türen vorhanden sind. Melder für Staub, Rauch etc. sowie die Löschanlage sind abzuschalten oder man unterbindet die Weiterleitung an die Feuerwehr. Umluftklimasysteme in Räumen mit Doppelböden oder abgehängten Decken müssen für etwa eine halbe Stunde außer Betrieb gesetzt werden können.